Die Korruptionsgrätsche

Ein beliebiger Saison-Nachmittag in Europa. In vielen Stadien längs und quer durch die Spitzenligen läuft der Ball in gut- oder bestbesuchten Arenen. In den spielstärksten Ligen Europas sind beinahe alle Spiele durchgängig ausverkauft und bei durchaus vielen Vereinen ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit geworden, einigermaßen aussichtsreich kurzfristig an Karten zu kommen. Weitere viele, viele Millionen Europäer hängen schon traditionsgemäß vor Radios und Fernsehgeräten und hören/schauen sich wie an jedem Spieltag die nationalen und internationalen Konferenzen und Einzelspielberichte an. Die internationalen Wettkämpfe der Vereine – Europa und Champions League – locken ganze Völkerscharen in die Austragungsstätten und vor die Großbildleinwände. Internationale Wettkämpfe der Nationalmannschaften sind europäische Festzeiten mit ungeheurer Anziehungskraft. In der anderen Richtung, hin zu den Amateuren, könnte es beinahe besser kaum noch werden – überall in allen Regionen Europas, in allen Dörfern, Städten und Metropolen wird in allen möglichen und unmöglichen Organisationsformen (natürlich zumeist in klassischen und traditionsreichen Vereinen) Fußball gespielt. Kiddies, Youngster, Männer, Frauen, Opas und Omas, Millionen und Abermillionen spielen Fußball, schauen Fußball, nehmen aktiv und passiv Anteil an Fußball und lieben diesen Sport. Und Europa ist noch gar nichts – überall sonstwo auf der Welt, in manchen Regionen mehr, in anderen weniger, bietet sich dasselbe oder ein noch passionierteres Bild – Fußball dürfte seit etlichen Jahrzehnten der beliebteste, meistbetriebenste und meistbeachtete Ballsport der Welt sein. Besser kann es kaum werden, es kann nur berechtigt erwartet werden, dass Jahr für Jahr, Saison für Saison, Wettkampf für Wettkampf weitere Höhepunkte kommen werden ohne jedes Ende.

Außer natürlich man liest irgendwelche Zeitungen oder verfolgt mediale Hysteriewellen. Dort, in Büchern, TV-Shows, News-Formaten, Zeitungsartikeln und entsprechenden Leserkommentaren erfährt man seit etlichen Jahren, dass der Fußballsport schon lange komplett am Ende ist wegen der Kommerzialisierung, dass niemand mehr die Profi-Wettkämpfe verfolgen sollte, weil alles Betrug ist und die Kinder in Afrika sterben und dass alle Funktionäre in allen Verbänden, angefangen bei den lokalen Vereinen und kulminierend natürlich beim absoluten Satan, der FIFA, vollkommen korrupte Verbrecher sind, die die Seele des Fußballs zur persönlichen Bereicherung schon vor Jahrzehnten verkauft haben.

Solange man seine fünf Sinne noch einigermaßen beisammen hat, fällt hier ein gewisses Mißverhältnis auf. Einerseits läuft offensichtlich der Sport auf allen denkbaren Ebenen bestens und seine Liebhaber nehmen zur Teilhabe daran bereitwillig gigantische Mühen und Kosten auf sich und andererseits soll es anscheinend das radikale Böse sein, das sich da auf den Plätzen entfaltet und es wird vom ohnehin Schlechtestmöglichen zum unerahnbar immer noch Schlechteren. Wie das zusammenpassen soll, das kann glaube ich niemand erklären. „Die Korruptionsgrätsche“ weiterlesen

Die Korruptionsgrätsche

Blättertod 7 – Was könnte helf… äh, verkaufbar sein?

Man kann herumreden, soviel und so intensiv man auch immer will. Man kann auf Blogs, Twitter, im Blatt selbst und auf Willi-Wichtig-Konferenzen permanente Gute-Laune-Sprüche und Wir-schaffen-das!-Motivationsverstärker loslassen. Man kann vor internationale Gerichte ziehen, die Parlamente mit Scheingesetzen bedrängen und Hinterzimmergeschäfte um Milliardensummen im Medienmix durchziehen. All‘ dies und noch viel mehr ändert an einer klaren und eindeutigen Tendenz nichts: der (Druck-) Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt dämmert dahin, die Auflagen gehen unaufhaltsam und flächendeckend zurück. Abonnenten sterben und wachsen nicht wieder nach. Direkte Papierstapelverkäufe werden weniger und „unmöglicher“. Das Anzeigengeld wird weniger und spezialisierter.

Was könnte man aus Konsumentensicht tun, um eine qualitativ hochwertige, privatwirtschaftlich florierende Zeitungslandschaft am Leben zu halten? „Blättertod 7 – Was könnte helf… äh, verkaufbar sein?“ weiterlesen

Blättertod 7 – Was könnte helf… äh, verkaufbar sein?

Blättertod 6 – Lügenpresse!

Wenn im Jahr 2014 ausgesprochen selbsternannte „anständige“ Bürger (**Anm.**) einen (meist) montäglichen „Spaziergang“ unternehmen, der nach den Regeln sogenannter „flashmobs“ vereinbart wird, dann verweigern sie sich unter anderem auch Gesprächen mit der „Presse“, die die Gründe für den „Bürgerprotest“ bei den Spaziergängern zu erfragen versucht. Das ist für einen nicht völlig vernachlässigbaren Teil der Bevölkerung mittlerweile ein programmatisches Vorgehen, das sich über etliche Jahre bis zum heutigen Stand entwickelte, viel mit dem „Netz“ und den dadurch neu entstandenen Vernetzungsmöglichkeiten zu tun hat und sich hauptsächlich in seit vielen Jahrzehnten bekannten Kurzbegriffen der „Bewegung“ ausdrückt wie „Lügenpresse“, „Systempresse“, „Propagandaknechte“, „Mainstream-Medien“ und dergleichen mehr. Gemeint ist mit diesen völlig abseitigen Verdammungen aller seriösen journalistischen Plattformen, diese würden systematisch, gewollt und interessegeleitet bestimmte „Wahrheiten“, wie sie dieser Teil der Bevölkerung als existent behauptet, unterdrücken, zensieren, verfälschen oder bestreiten. Für die „Pegida„-Spaziergänger, die „Mahnwachen„, die „HoGeSa„, „Pro-NRW“ u.ä., altbekannnte Nazi-/Neonazi-Gruppierungen, aber natürlich und wie auch schon immer gehabt auch die extrem-radikale „Linke“ und solche ideologische Trupps wie „Salafisten“ und ähnliche gilt es als prinzipiell und unabänderlich ausgemacht – und dies von vorneherein! -, die bürgerliche Presselandschaft sei schon von ihren Voraussetzungen her nicht imstande, ihre Ansichten über „Tatsachen“ und „Fakten“ zu begreifen, darzustellen oder zu transportieren. Daher wird von diesem Teil der Bevölkerung die „Presse“ in Gänze, Bausch&Bogen und komplett abgelehnt. „Blättertod 6 – Lügenpresse!“ weiterlesen

Blättertod 6 – Lügenpresse!

Blättertod 5 – Was ist ein Artikel online wert?

(enthält Ergänzung Sept. 2015 zu „blendle“)

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Im Marketing ist eine Frage wie „Was ist das oder jenes wert?“ totaler Unfug. Denn dort lautete die Antwort immer schon: „Es ist das wert, was Leute bereit sind dafür zu bezahlen.“ Und die eigentliche, alles und jeden im Marketing beschäftigende Frage ist: „Wie kriegen wir die Leute dazu, für dieses oder jenes Geld auszugeben?“. Und egal welche großräumigen Weltsichten jemand auch immer haben mag – jeder mit einem Minimum an Fähigkeit zur Selbstkritik wird zugestehen müssen, diesen Marketing-Leuten schon mal oder öfter oder durchgängig auf den Leim gegangen zu sein. „Blättertod 5 – Was ist ein Artikel online wert?“ weiterlesen

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Blättertod 4 – Putintrolle! USA FIRST-Trolle! Überall Trolle!

Zeitungen haben ein Riesenproblem. Achwas, sie haben mehrere Riesenprobleme! Viele Riesenprobleme! … Haltstopp. Am besten bleibe ich erstmal bei ein paar Riesenproblemen – sonst ufert das ja dann doch etwas aus. „Blättertod 4 – Putintrolle! USA FIRST-Trolle! Überall Trolle!“ weiterlesen

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Blättertod 3 – Verlegers Märchenstunde

Auf diesem Blog werden auch asbachuralte Meinungsäußerungen eingestellt, die irgendwann mal irgendwo von mir hingepostet wurden. Der Grund dafür ist, dass solche Artikelzombies irgendwas enthalten, worauf sich der Blog insgesamt oder einzelne Artikel darin beziehen (könnten). Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf einem komplett irrelevanten Webforum im Februar 2013.

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Wenn man als Zeitungsjunkie schon mal was zu dem LSR-Quatsch online stellt, kann man ja auch ein paar unwichtige Aktualisierungen dazupacken. Aktualisierungen, die erneut die angstgetriebenen Aktivitäten auf dem betrachteten Schlachtfeld farbig ausmalen mögen. „Blättertod 3 – Verlegers Märchenstunde“ weiterlesen

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Blättertod 2 – Wer stirbt da eigentlich?

Auf diesem Blog werden auch asbachuralte Meinungsäußerungen eingestellt, die irgendwann mal irgendwo von mir hingepostet wurden. Der Grund dafür ist, dass solche Artikelzombies irgendwas enthalten, worauf sich der Blog insgesamt oder einzelne Artikel darin beziehen (könnten). Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf einem komplett irrelevanten Webforum im Januar 2013.

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Wenn man schon als reiner Konsument über uninteressanten Kram aus der Welt der Verlage, Zeitungen und Journalisten nachgrübelt, dann kann man wenigstens auch noch ganz und gar uninteressante Einzeldaten als Beispiel hinzufügen, habe ich mir so gedacht. Zur Anschaulichmachung des großen kommenden Elends, habe ich mir gedacht. „Blättertod 2 – Wer stirbt da eigentlich?“ weiterlesen

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