post2016

Auch als geschlagener Fußballinteressierter bekommt man natürlich mit, was alle möglichen Leute in der Welt grad so beschäftigt – man bekam es Mitte 2016 sogar in ganz besonderem Maße mit (wenn man bei der EM in Frankreich die Augen/Ohren nicht vollkommen auf den Spielbetrieb fokussiert hatte – denn mitten hinein platzte ja der unselige „BREXIT“-Entscheid). In einem Drittel (oder je nach Gewichtung: einem Viertel oder Fünftel…) der Welt ist im derzeit auslaufenden Jahr 2016 das Schlagwort „postfaktisch“ oder „post-truth“ das Motto der ergebenen Schicksalsungemeinschaft. Alles mögliche läuft nicht so wie gehofft, gewünscht, gedacht, gemeint oder erbeten und allgemein scheint man der Ansicht zu sein, das läge daran, dass breite Bevölkerungsteile den inneren Kontakt zu Realitäten bereitwillig und begeistert zugunsten einer Fantasy-World voller Wunder, Superhelden, rosa Einhörnern und sonstigen Ponzi-Schemes aufgegeben haben.
„post2016“ weiterlesen

Advertisements
post2016

Die Korruptionsgrätsche

Ein beliebiger Saison-Nachmittag in Europa. In vielen Stadien längs und quer durch die Spitzenligen läuft der Ball in gut- oder bestbesuchten Arenen. In den spielstärksten Ligen Europas sind beinahe alle Spiele durchgängig ausverkauft und bei durchaus vielen Vereinen ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit geworden, einigermaßen aussichtsreich kurzfristig an Karten zu kommen. Weitere viele, viele Millionen Europäer hängen schon traditionsgemäß vor Radios und Fernsehgeräten und hören/schauen sich wie an jedem Spieltag die nationalen und internationalen Konferenzen und Einzelspielberichte an. Die internationalen Wettkämpfe der Vereine – Europa und Champions League – locken ganze Völkerscharen in die Austragungsstätten und vor die Großbildleinwände. Internationale Wettkämpfe der Nationalmannschaften sind europäische Festzeiten mit ungeheurer Anziehungskraft. In der anderen Richtung, hin zu den Amateuren, könnte es beinahe besser kaum noch werden – überall in allen Regionen Europas, in allen Dörfern, Städten und Metropolen wird in allen möglichen und unmöglichen Organisationsformen (natürlich zumeist in klassischen und traditionsreichen Vereinen) Fußball gespielt. Kiddies, Youngster, Männer, Frauen, Opas und Omas, Millionen und Abermillionen spielen Fußball, schauen Fußball, nehmen aktiv und passiv Anteil an Fußball und lieben diesen Sport. Und Europa ist noch gar nichts – überall sonstwo auf der Welt, in manchen Regionen mehr, in anderen weniger, bietet sich dasselbe oder ein noch passionierteres Bild – Fußball dürfte seit etlichen Jahrzehnten der beliebteste, meistbetriebenste und meistbeachtete Ballsport der Welt sein. Besser kann es kaum werden, es kann nur berechtigt erwartet werden, dass Jahr für Jahr, Saison für Saison, Wettkampf für Wettkampf weitere Höhepunkte kommen werden ohne jedes Ende.

Außer natürlich man liest irgendwelche Zeitungen oder verfolgt mediale Hysteriewellen. Dort, in Büchern, TV-Shows, News-Formaten, Zeitungsartikeln und entsprechenden Leserkommentaren erfährt man seit etlichen Jahren, dass der Fußballsport schon lange komplett am Ende ist wegen der Kommerzialisierung, dass niemand mehr die Profi-Wettkämpfe verfolgen sollte, weil alles Betrug ist und die Kinder in Afrika sterben und dass alle Funktionäre in allen Verbänden, angefangen bei den lokalen Vereinen und kulminierend natürlich beim absoluten Satan, der FIFA, vollkommen korrupte Verbrecher sind, die die Seele des Fußballs zur persönlichen Bereicherung schon vor Jahrzehnten verkauft haben.

Solange man seine fünf Sinne noch einigermaßen beisammen hat, fällt hier ein gewisses Mißverhältnis auf. Einerseits läuft offensichtlich der Sport auf allen denkbaren Ebenen bestens und seine Liebhaber nehmen zur Teilhabe daran bereitwillig gigantische Mühen und Kosten auf sich und andererseits soll es anscheinend das radikale Böse sein, das sich da auf den Plätzen entfaltet und es wird vom ohnehin Schlechtestmöglichen zum unerahnbar immer noch Schlechteren. Wie das zusammenpassen soll, das kann glaube ich niemand erklären. „Die Korruptionsgrätsche“ weiterlesen

Die Korruptionsgrätsche

Gewogen und als viel zu leicht gefunden

In den europäischen Wettbewerben der Saison 14/15, der Champions League und der Europa League, ist das Achtelfinale entweder grad im Augenblick entschieden (CL) oder läuft noch (EL). Leider kann man aus deutscher Perspektive schon jetzt, in dieser frühen Phase der Entscheidungskämpfe, ein ziemlich trauriges Resümee ziehen: die Bundesliga war europäisch gesehen wieder mal ein Ausfall. „Gewogen und als viel zu leicht gefunden“ weiterlesen

Gewogen und als viel zu leicht gefunden

Fußballjahr 2014 – grandios und seltsam

Der Comedian Dieter Nuhr macht seit einigen Jahren einen Spezialauftritt im Öffentlich-Rechtlichen als „Jahresrückblick“. Im Rückblick auf 2014 setzte er darin als eine Art „Hauptthema“ die Tendenz der letzten Jahre fort, auf völlig irrationale Seltsamkeiten hinzuweisen, die öffentliche Themen wurden – Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Putin, verrückte Leute aller Art, die unter irgendwelchen völlig beliebigen Etiketten wildeste Steinzeitlichkeiten zu Bedeutsamkeiten hochschreien und dergleichen Absonderlichkeiten mehr. Früher eher ein lustiges kleines Nebenthema, im Jahr 2014 jedoch der bestimmende rote Faden.

Es war eine ganz, ganz schlechte Sendung! Denn das eine, einzige wichtige Ereignis kam (soweit ich erinnere) nur zwei- oder dreimal vor. *Und* es kam noch nicht einmal als Abschluss und wesentliches Resümee vor. Muß man sich mal vorstellen! Aber so sind die TV-Clowns: die DFB-Auswahlmannschaft der Männer wird Fußballweltmeister und es wird in einem Jahresrückblick nicht ausreichend gewürdigt. „Fußballjahr 2014 – grandios und seltsam“ weiterlesen

Fußballjahr 2014 – grandios und seltsam