Die Nicht-Weltmeister

Nun, da die deutsche N11 aus der WM18 sehr unrühmlich herausgeflogen ist, ist es vielleicht an der Zeit, einen großen Rundumblick auf den professionellen Männer-Fussball zu werfen. „Die Nicht-Weltmeister“ weiterlesen

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Die Nicht-Weltmeister

A-Kader und B-Noten-Berufene

(mit einigen Nachträgen aus der Zeit danach)

Durch die tagesaktuelle Begleitung des Vorfalls ging es hier im Beitrag durch diverse Nachträge ein bisschen drunter&drüber – im Nachgang wurde die Angelegenheit zeitlich ein wenig sortiert und in „Reihe“ gebracht. Das Ende des Vorgangs hier ist das letzte Spiel der Gruppenphase, zugleich das WM-Aus – in den Medien dauert der Vorgang weiterhin an (Stand Mitte Juli, und ein Ende ist nicht in Sicht), was meiner Meinung nach hauptsächlich daran liegt, dass nach wie vor „die Medien“ wie üblich zwar eine Skandalisierungs- und Sensationalisierungsabsicht verfolgen, aber an einer tatsachenbezogenen Analyse überhaupt nicht interessiert sind. Und die dauererregte Öffentlichkeit folgt den Medien bei diesem bösen Spiel.

Es ist Sommer 2018, in wenigen Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Der DFB und der beauftragte Kaderverantwortliche hatten Mitte Mai den vorläufigen Kader einzuberufen – das ist ein wichtiger Termin für Fußballdeutschland, sogar für die gesamte Fußballwelt und es richten sich sehr viele Augen überall auf der Welt auf die Auswahlmannschaft. Denn diese Mannschaft ist amtierender Weltmeister, seit vielen Jahrzehnten einer der Favoriten in den Endrunden und es gilt für viele nichtdeutsche Fußball-Liebhaber, dass die deutsche N11 in der Endrunde einer der maßgeblichen Prüfsteine für die je eigene Mannschaft sein wird. Da schaut dann natürlich die gesamte Welt sehr genau auf den DFB, den Bundestrainer und jeden einzelnen der berufenen Spieler. Es ist auf alle Fälle ein sportlich extrem bedeutsames Event, das überhaupt nicht überschätzt werden kann in der globalen Breitenwirkung. Die Frage allerdings, die sich im Mai 2018 stellte, war und ist, ob es sich nur um ein „sportliches“ Event handelt. „A-Kader und B-Noten-Berufene“ weiterlesen

A-Kader und B-Noten-Berufene

VAR macht alles kaputt 1!11!!

Mitte April 2018 kam es zwischen Mainz 05 und Freiburg zu einem ziemlich typischen Bundesligaspiel – beide Vereine befanden sich im Relegationsplatz-Bereich der Tabelle und dementsprechend ging es also am fünftletzten Spieltag klar um einen „Abstiegskampf“. Das Spiel war auch insgesamt genau so – ziemlich fehlerhaft auf allen Positionen über den gesamten Zeitraum bei gleichzeitig wildem Einsatz aller Beteiligten. Es gibt nicht viele neutrale Beobachter, die so einem typischen „Abstiegskampf“-Spiel etwas abgewinnen können – für die tribal orientierten „Fans“ oder Fans allerdings ist das normalerweise der Anlass für das höchste Maß an aufopferungsvoller Vereinsliebe. Nicht (ganz) so an diesem Spieltag, allerdings – denn in der Saison 17/18 wurde für ein paar Spiele der Montagabend ab 20:30 Uhr als Termin für Erstliga-Spiele angesetzt. Das brachte die „Fan“-Szene und ihr ohnehin blutendes Herz über die Gesamtsaison hin zum Aufschäumen und dementsprechend auch an diesem Abend. Aber es gab auch noch einen weiteren, ungeheuerlichen, riesigen, grauenhaften, furchtbaren Eklat in diesem Spiel, der die gesamte Fußballwelt bis hinein in die innere Mongolei nachhaltig aufregte bis ins Mark – und dabei ging es natürlich um die Manifestation des Bösen im Fußball (überhaupt!): nämlich den Video Assistant Referee (VAR) und seine schändliche Auswirkung auf die Reinheit des Spiels. „VAR macht alles kaputt 1!11!!“ weiterlesen

VAR macht alles kaputt 1!11!!

post2016

Auch als geschlagener Fußballinteressierter bekommt man natürlich mit, was alle möglichen Leute in der Welt grad so beschäftigt – man bekam es Mitte 2016 sogar in ganz besonderem Maße mit (wenn man bei der EM in Frankreich die Augen/Ohren nicht vollkommen auf den Spielbetrieb fokussiert hatte – denn mitten hinein platzte ja der unselige „BREXIT“-Entscheid). In einem Drittel (oder je nach Gewichtung: einem Viertel oder Fünftel…) der Welt ist im derzeit auslaufenden Jahr 2016 das Schlagwort „postfaktisch“ oder „post-truth“ das Motto der ergebenen Schicksalsungemeinschaft. Alles mögliche läuft nicht so wie gehofft, gewünscht, gedacht, gemeint oder erbeten und allgemein scheint man der Ansicht zu sein, das läge daran, dass breite Bevölkerungsteile den inneren Kontakt zu Realitäten bereitwillig und begeistert zugunsten einer Fantasy-World voller Wunder, Superhelden, rosa Einhörnern und sonstigen Ponzi-Schemes aufgegeben haben.
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post2016

Wissenschaftliche Publikationen – ein uraltes Problem ihrer Zugänglichkeit und die Fraglichkeit einer Lösung

In den vergangenen 10, 15 Jahren wurde vermehrt und intensiver über eine sehr lang andauernde Problematik debattiert: die Probleme hinsichtlich der Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen. Kurz gefasst ist das Problem hier ein typisches mediales „Paywall”-Problem. Wer nicht zahlt *und* wer keinen institutionalisierten Zugang besitzt (für den „irgendein anderer = die Allgemeinheit zahlt), der kommt an überwiegende Mengen von wissenschaftlichen Publikationen prinzipiell nicht heran. Die Diskussion um eine allgemeine Zugänglichkeit verschärft sich derzeit, weil die im Netz verbreitete „sharing-Un- bzw. Kultur sich Ausdruck in Form einer neueren allgemeinen Download-Plattform speziell für wissenschaftliche Publikationen verschafft. Ein recht ordentlich ausformulierter Beitrag wird im folgenden verlinkt und kurz zitiert. „Wissenschaftliche Publikationen – ein uraltes Problem ihrer Zugänglichkeit und die Fraglichkeit einer Lösung“ weiterlesen

Wissenschaftliche Publikationen – ein uraltes Problem ihrer Zugänglichkeit und die Fraglichkeit einer Lösung

Dumb Devices (brunzdumme Dinge)

Dieser Beitrag soll so etwas wie ein Endlos-Container für ein allgemeines Herumgenöle über doofe Dinge werden. „Dumb Devices“ im Zusammenhang kann dabei heute alles nur mögliche meinen – vom „programmierbaren Rasierapparat“ über angeblich smarte Telefone über Autos über Bahn- oder Bankinformationssysteme (die unzureichend informieren) bis irgendwo hin zu Großkraftwerken oder gesamten Systemen. Die verbindende Eigenschaft ist die heutige Vorstellung, Absicht oder der Wunsch, alle möglichen Dinge durch „Software“ oder Systemintegration zu „Smartness“ im Gebrauch zu verhelfen – und das nicht seltene Scheitern dieser Absicht im Kleinen (z.B. im Design oder in der Anwendernützlichkeit) oder im Großen. Dazu im Gegensatz ist ein „Hammer“ zum Beispiel sicher ein „Device“ bzw. ein Ding, aber er kann nicht „dumb“ sein, weil er schon von der Konstruktion her keinerlei Eigen-„Smartness“ behaupten kann, will oder soll. Eine Waschmaschine mit umfangreicher elektronischer Steuerungskomponente mit Dutzenden von „Programmen“ und supportiven Funktionen kann hingegen aufgrund der integrierten „Smartness“ sehr wohl an der Einlösung ihrer Werbeansprüche scheitern.

Es geht dabei um Dinge, die sich infolge der „informationstechnischen Revolution“ auf Konsumentenebene seit etwa Mitte der 90er im Gebrauch zeigen. Es geht aber auch immer um die Hoffnung bzw. die Erwartung, dass solche meist ziemlich auf der Hand liegenden Mängel, die auch an sich gar nicht auftauchen müßten, in einer relativ kurzen Zeitspanne hoffentlich verschwinden (und mal ausnahmsweise nicht durch neu Aufkommende ersetzt werden).

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Dumb Devices (brunzdumme Dinge)

Die Korruptionsgrätsche

Ein beliebiger Saison-Nachmittag in Europa. In vielen Stadien längs und quer durch die Spitzenligen läuft der Ball in gut- oder bestbesuchten Arenen. In den spielstärksten Ligen Europas sind beinahe alle Spiele durchgängig ausverkauft und bei durchaus vielen Vereinen ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit geworden, einigermaßen aussichtsreich kurzfristig an Karten zu kommen. Weitere viele, viele Millionen Europäer hängen schon traditionsgemäß vor Radios und Fernsehgeräten und hören/schauen sich wie an jedem Spieltag die nationalen und internationalen Konferenzen und Einzelspielberichte an. Die internationalen Wettkämpfe der Vereine – Europa und Champions League – locken ganze Völkerscharen in die Austragungsstätten und vor die Großbildleinwände. Internationale Wettkämpfe der Nationalmannschaften sind europäische Festzeiten mit ungeheurer Anziehungskraft. In der anderen Richtung, hin zu den Amateuren, könnte es beinahe besser kaum noch werden – überall in allen Regionen Europas, in allen Dörfern, Städten und Metropolen wird in allen möglichen und unmöglichen Organisationsformen (natürlich zumeist in klassischen und traditionsreichen Vereinen) Fußball gespielt. Kiddies, Youngster, Männer, Frauen, Opas und Omas, Millionen und Abermillionen spielen Fußball, schauen Fußball, nehmen aktiv und passiv Anteil an Fußball und lieben diesen Sport. Und Europa ist noch gar nichts – überall sonstwo auf der Welt, in manchen Regionen mehr, in anderen weniger, bietet sich dasselbe oder ein noch passionierteres Bild – Fußball dürfte seit etlichen Jahrzehnten der beliebteste, meistbetriebenste und meistbeachtete Ballsport der Welt sein. Besser kann es kaum werden, es kann nur berechtigt erwartet werden, dass Jahr für Jahr, Saison für Saison, Wettkampf für Wettkampf weitere Höhepunkte kommen werden ohne jedes Ende.

Außer natürlich man liest irgendwelche Zeitungen oder verfolgt mediale Hysteriewellen. Dort, in Büchern, TV-Shows, News-Formaten, Zeitungsartikeln und entsprechenden Leserkommentaren erfährt man seit etlichen Jahren, dass der Fußballsport schon lange komplett am Ende ist wegen der Kommerzialisierung, dass niemand mehr die Profi-Wettkämpfe verfolgen sollte, weil alles Betrug ist und die Kinder in Afrika sterben und dass alle Funktionäre in allen Verbänden, angefangen bei den lokalen Vereinen und kulminierend natürlich beim absoluten Satan, der FIFA, vollkommen korrupte Verbrecher sind, die die Seele des Fußballs zur persönlichen Bereicherung schon vor Jahrzehnten verkauft haben.

Solange man seine fünf Sinne noch einigermaßen beisammen hat, fällt hier ein gewisses Mißverhältnis auf. Einerseits läuft offensichtlich der Sport auf allen denkbaren Ebenen bestens und seine Liebhaber nehmen zur Teilhabe daran bereitwillig gigantische Mühen und Kosten auf sich und andererseits soll es anscheinend das radikale Böse sein, das sich da auf den Plätzen entfaltet und es wird vom ohnehin Schlechtestmöglichen zum unerahnbar immer noch Schlechteren. Wie das zusammenpassen soll, das kann glaube ich niemand erklären. „Die Korruptionsgrätsche“ weiterlesen

Die Korruptionsgrätsche