allgemeines Medien-bashing

Dies soll wieder ein Container-Blogbeitrag werden, in dem sich im Laufe der Zeit alle möglichen/unmöglichen Beispielfälle an medialen Merkwürdigkeiten und Auffälligkeiten ansammeln sollen. Also diejenigen zumindest, die mir aus meiner Einzelperspektive heraus auffällig scheinen. Es geht also dem zentralen Blog-Thema folgend einerseits um ein befreiendes Lästern und andererseits um den Untergang des Abendlandes aufgrund der medialen Grauenhaftigkeit ;-)


 
Okay, sooooo schlimm soll es allerdings nicht wirklich werden.

Ein Beispielansatz: grad eben wurde ein gewisser Herr Trump als Präsident der USA inauguriert. Das war die Folge einer Präsidentenwahl, die er für sich entscheiden konnte. Das hat „viele“ überrascht, wobei die wahlberechtigten US-Amerikaner bei dem „viele“ vielleicht die kleinstdenkbare Minderheit waren. Das wiederum rührt daher, dass ungefähr ab Frühjahr 2015 – also gut anderthalb Jahre *vor* dem Urnengang der Wahlberechtigten – absolut jedes Blatt und jede Webplattform der Blätter und die Agenturen und das weltweite TV und das Radio und das Internet und überhaupt ALLES meinem persönlichen Eindruck nach an jedem einzelnen Tag allermindestens eine, oft aber sogar mehrere Headline-Artikel und -feature raushauten. Zuerst über die ganze Narhalla der parteilichen Kandidaten, dann Skandalstories über die Kandidaten, dann die Auswahlprozesse der Parteikandidaten in den einzelnen Bundesstaaten, dann irgendwelche Gründe, warum Kandidaten zurückziehen und wie schlimm oder schön das ist, dann endlose Kolportagen über die aussichtsreichsten Kandidaten, dann der eigentliche „Wahlkampf“, der mehr einem gossip run aus der yellow press glich (wobei solche „Wahlen“ für die USA ohnehin seit Ewigkeiten zu einem reinen Show-Event verkommen sind) mit permanenten Unsinnsmeldungen zu Skandaldingen, die nicht aufklärbar waren/sind (meist zu Frau Clintons eMail-Gebaren), oder zu Verrücktheiten, die Herr Trump über Twitter oder sonstwie verbreitete und dann schlussendlich wochenlang noch die Wahl selbst und das Grauen, das „alle“ überkam oder nicht oder warum, mitsamt der Dauerbegleitung bis zur Inauguration selbst. Und in ein paar Wochen geht dann wohl der ganze Spuk wieder von vorne los.

Wohlverstanden: für einen nichtbetroffenen Nichtwahlberechtigten gab es wie immer bei solchen Dingen ein paar Nachrichten, die man in den Medien erwarten darf: etwa wer schlussendlich der Kandidat welcher Partei ist, welche Probleme im Lauf des Wahlkampfes in dem fremden Land auftauchen und am Ende eben, wer die Wahl gewonnen hat. Daraus kann man im Grunde 2, 3 Kurznachrichten, vielleicht ein oder zwei In-Depth-Artikel und den einen oder anderen Kommentar basteln, wenn man unbedingt Löcher füllen muss. So ungefähr hält es die New York Times und andere US-Medien mit der Berichterstattung über eine germanische Bundestagswahl mit Kanzlerinnenentscheid. Und die meisten US-Leser werden solche Meldungen wohl eher desinteressiert beiseite lassen – warum auch nicht? WAS also ist wohl der Unterschied, wenn es irgendwelche Talking Heads auf der US-Seite betrifft?

Man weiß es nicht oder besser: ich weiß es nicht. Aber ich vermute, diese endlosen Artikel, TV- und Radio-Features werden von ganz furchtbar vielen (wohlverstanden: nichtbetroffenen Nichtwählern!) geklickt, angesehen und angehört. Und da Medien darauf reagieren, was bei der Kundschaft am besten „ankommt“, liefern sie folgerichtig bis zum grenzenlosen Überfluss bzw. bis zum Moment, an dem die Klickraten sinken. Warum anscheinend so unsinnig viele nichtbetroffene Nicht-US-Bürger wie blöd auf solchen Kram abfahren weiß ich nicht. Allerdings liegt der Verdacht ziemlich nahe, dass die mediale Begleitung dieses „Wahlkampfes“ auffällig derjenigen Berichterstattung glich/gleicht, die Medien bei populären „Casting Shows“ oder ähnlichen medialen Events bringen – man könnte also vermuten, dass der ganze Krempel durchaus dieselben Reize beim Publikum bedient. Das „Show-Event“ Präsidentschaftswahl können Medien anscheinend nur viel, viel länger klickratenintensiv verwerten. Und das wiederum ist für Medien logischerweise ein starker Anreiz, immer noch mehr und noch mehr von immer dem gleichen Unsinn anzubieten.

Es ist offenbar eine Auffälligkeit, die mindestens komisch ist. Und solche komischen Dinge im Zusammenhang mit Medien sollen in diesem Container-Blog angesprochen werden.

Trumpismen oder: Die Voting-Show

Wie es im Beispielvorspann angegeben ist, liegt die US-Präsidentenwahl aus Ende 2016 und die Amtseinführung des Gewählten im Januar 2017 erst kurze Zeit zurück und daher soll darauf noch ein bißchen herumgeritten werden.

Problem 1: Ich habe lange gezögert bei diesem Einstieg, weil ich mir unsicher war/bin, ob das hier in diesem Container ein gutes / passendes Thema ist. Nicht, weil es nicht zur angestrebten Thematik passen würde – ganz im Gegenteil (wie meiner Meinung nach schon der „Teaser“ zeigt). Sondern weil der Eindruck entstehen könnte, ich würde hier über irgendwelche „US“-Dinge berichten oder „urteilen“. Das kann nicht der Fall sein und es *soll* auch nicht der Fall sein. Es geht hier ausschließlich um den großräumigen medialen Umgang mit diesen „US“-Dingen. Wobei es meinem persönlichen Eindruck nach hierbei mal nicht um einen partikular deutsch-/deutschsprachigen medialen Umgang geht, sondern durchaus um eine Art „weltweiten“ (auch denjenigen der US-Medien). Das Bombardement mit medialen Produkten während der gesamten Wahlzeit und darüber hinaus war nach bestem Wissen und Gewissen weltweit ziemlich einhellig – und ich schaue durchaus bewußt über den Tellerrand der deutschsprachigen Medien hinaus. Und genau da liegt meiner Ansicht nach ein Grundproblem mit den verwirklichten Medienlandschaften – immer dann, wenn in großem Stil medial vermittelt wird mit durchaus gewollt bewertenden Untertönen (keineswegs „nur“ in als solche gekennzeichneten „Kommentaren“), dann kann man sich nicht sicher sein, ob das, worüber da großvolumig „berichtet“, eigentlich: bewertet wird, nicht doch ziemlich weitab jenseits dessen liegt, was „real“ vor Ort tatsächlich vor sich geht. Ich maße mir hier nicht an, „besser“ als erfahrene Auslandskorresponden, die im Lande leben und deren Job es ist, möglichst vielfältig und genau die vielen Strömungen im Land zu betrachten, „urteilen“ zu können – ich glaube stattdessen, dass jede beliebige Wahl genau dazu da ist herauszubekommen, was zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt (dem Wahltag) tatsächlich gewünscht wird. Dabei steht (für mich) überhaupt nicht in Frage – in allen „weichen“ soziografischen Sachverhalten -, dass es innerhalb eines bestimmten Bandes an Wahrscheinlichkeiten zu jedem beliebigen anderen Zeitpunkt auch „anders“ hätte ausgehen können. Denn natürlich gibt es neben den festgefügten Meinungsblöcken, die ihrerseits um durchaus erhebliche Mengen oszillieren, auch durchaus große Bevölkerungsanteile (überall!, nicht „nur“ in den „USA“), die aus vielen Gründen heraus „unbestimmt“ bleiben in ihrer Haltung. Deshalb dieser ganze Wahl-Business überall: man wählt willkürlich irgendeinen Stichtag aus und dann gilt es eben. Alles bis dahin Zukunftsprojizierte in Blättern und auf Bildschirmen ist absolut nichts wert – und alles danach hingejammerte Beschweren und Beklagen ist weniger als nutzlos.

Problem 2: Es war ungeheuerlich viel und hört noch nicht mal auf nach der Amtsübernahme.

Das mit dem Aufhören der Wehklagen nach der Wahl oder der Amtsübernahme war auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr wahrscheinlich. Ganz offensichtlich verkauft sich der Trump-Gruselkram medial so gut, dass kein Verleger, kein Intendant, kein Redakteur und kein sonstiger Irgendwas-mit-Medien-Mensch mit dem Kram aufhören *kann*. „Früher“ wäre es zumindest für ganz knochentrockene Medien noch „üblich“ gewesen, nach den düsteren oder jubelnden (s. hierzu „Obama“ als „Heilsbringer“) Kommentaren nach Wahl oder Amtsübernahme die berühmten „100 Tage“ abzuwarten, bis dann die endgültige mediale Aburteilung erfolgt – „heute“ kann oder will man sich solche Behäbigkeiten in den Redaktionen anscheinend nicht mehr leisten.

(an dieser Stelle vorläufig abgebrochen – mir ist immer noch nicht ganz klar wie ich es anstellen kann, das mediale Versagen genauer herauszustellen ohne andererseits in die Zwickmühle zu kommen, Urteile zu „US“-Dingen mit dem ganzen Bias-Problemberg drumherum zu fällen; alle bisherigen Überlegungen hierzu gehen davon aus, dass man bestimmte Probleme, die „allseits“ als Problem anerkannt werden, „wertfrei“ ansprechen könnte – Beispiel: das Wahlsystem, in dem über das Electoral College und die damit verbundenen festen Sitze effektiv eine Verzerrung der einzelnen Wählerstimme stattfindet, d.h. dass tatsächlich sehr viele Einzelstimmen weniger „wert“ sind als „1 Vote“; das Problem liegt hier aber sowohl im „allseits“, was prinzipiell natürlich nie zutrifft, als auch im „wertfrei“, was selbst bei bestem Bemühen natürlich auch ziemlich unmöglich ist)

Advertisements
allgemeines Medien-bashing

Kommentare (derzeit ohne besondere Anmeldung möglich)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s