Wissenschaftliche Publikationen – ein uraltes Problem ihrer Zugänglichkeit und die Fraglichkeit einer Lösung

In den vergangenen 10, 15 Jahren wurde vermehrt und intensiver über eine sehr lang andauernde Problematik debattiert: die Probleme hinsichtlich der Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen. Kurz gefasst ist das Problem hier ein typisches mediales „Paywall”-Problem. Wer nicht zahlt *und* wer keinen institutionalisierten Zugang besitzt (für den „irgendein anderer = die Allgemeinheit zahlt), der kommt an überwiegende Mengen von wissenschaftlichen Publikationen prinzipiell nicht heran. Die Diskussion um eine allgemeine Zugänglichkeit verschärft sich derzeit, weil die im Netz verbreitete „sharing-Un- bzw. Kultur sich Ausdruck in Form einer neueren allgemeinen Download-Plattform speziell für wissenschaftliche Publikationen verschafft. Ein recht ordentlich ausformulierter Beitrag wird im folgenden verlinkt und kurz zitiert.

Auf der Plattform „medium.com veröffentlichte Marko Kovic, Mitglied der schweizerischen „Skeptiker-Bewegung, am 8.3.2016 einen umfangreichen Blog-Beitrag zur Fragestellung, ob die neue „sharing-Plattform „Sci-Hub“ der Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen nützt oder schadet oder eventuell drittes. Bislang ist dieser Beitrag vielleicht die beste Darstellung der Problematik hinsichtlich der neuen Zuspitzung durch „Sci-Hub (oder ähnliche Plattformen der Zukunft). Die Zustandsbeschreibung hinsichtlich der Journale, der vielfältigen Probleme des „peer review, der „Open Access-Bewegung und der Fragen der Wirksamkeit wird übersichtlich und in pragmatischer Kürze verbunden mit der Darstellung des „neuen Portals und den Fragen der begründbaren Rechtmäßigkeit. Der Blog ist zugänglich unter dem Titel:

Is it OK to “steal” scientific literature and give it away for free?

 

Es ist geboten, sich dem gesamten Verlauf des Artikels in Sorgfalt zu widmen, weil die Schlussfolgerung, die ich im folgenden im Auszug zitiere, nicht die vielfältigen Schwierigkeiten widerspiegelt, die im Beitrag durchdekliniert werden.

Auszug aus „Conclusion:

Ethically, pirating cultural works is mostly wrong. That is not the case with pirating scientific studies. By their very nature, scientific studies make universal truth claims, and it needs to be possible to universally scrutinize such truth claims. Restrictive copyright law in combination with paywalls makes this impossible. By pirating paywalled studies, Sci-Hub is doing something bad (violating copyright law) in order to do something good (make universal truth claims universally accessible) — and the good that is being done far outweighs the bad.

Es gibt andere Stimmen, die dieser Ansicht beipflichten.

In einem „super-pragmatischen Sinn neige ich ebenfalls dieser Ansicht zu, weil die „Open Access-Modelle meiner persönlichen Ansicht nach die Probleme bislang auf verschiedenen Ebenen (vor allem der Qualitätssicherungs-Ebene) nur vergrössert haben und anderweitig nirgendwo eine Lösung der „Paywall-Probleme erkennbar ist.

Allerdings – und es ist ein großgeschriebenes allerdings – bin ich im Gesamt nicht zufrieden mit diesem „Super-Pragmatismus. Ich wünsche mir eine massiv andere Lösung ohne Raubzüge und rechtliche Mißachtungen.

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