Unendliche „Homöopathie“-Diskussionen

Auf diesem Blog werden auch asbachuralte Meinungsäußerungen eingestellt, die irgendwann mal irgendwo von mir hingepostet wurden. Der Grund dafür ist, dass solche Artikelzombies irgendwas enthalten, worauf sich der Blog insgesamt oder einzelne Artikel darin beziehen (könnten). Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht als ein Forumbeitrag im psiram-Forum am 25.4.2013. Der Forumbeitrag wurde dann nachveröffentlicht im psiram-Blog mit leichten redaktionellen Änderungen. Die Veröffentlichung hier stützt sich mit weiteren geringfügigen Änderungen auf diese Blog-Version.

Im Prinzip ist zu Homöopathie seit Jahrzehnten alles Notwendige gesagt – und im Unterschied zu anderen Themen auch schon von praktisch jedem doppelt und dreifach. Theoretisch könnte man es also zugunsten des allgemeinen Wohlbefindens dabei belassen, wie es eben derzeit ist: landauf, landab können sich Konsumenten bergeweise mit Kügelchen beliebiger Art und Form eindecken und/oder bei einem reichhaltigen Dienstleistungsangebot an Schamanen, Heilpraktikern, Therapeuten, Ärzten, Instituten und Kliniken ein Rundum-Sorglospaket an strikt (neben-)wirkungsfreien Produkten einkaufen. Und wenn tatsächlich mal was schiefgeht, steht ein machtvoller Apparat an EBM-Hilfe unmittelbar zur Verfügung. Alles ist bestens: das BIP wird auch durch Wundermittel wirkungsvoll gesteigert, solange die Wunderwaren und -dienstleistungen genügend bepreist sind (das zumindest steht ohnehin völlig außer Frage) und selbst die Doppelnamen-Oberstudienrätin (gesch., selbstverständlich) sollte sich eigentlich mit dem erreichten Stand der Dinge zufrieden geben können.

Aber das mit dem Zufriedengeben scheint der Anhängerschaft paralleler Dimensionen nicht möglich zu sein. Denn es fehlt irgendwie am Entscheidenden: der “fairen” und “gerechten” Gleichstellung zur schrecklichen, Menschen verachtenden Apparate”medizin”. Und die drückt sich anscheinend dadurch aus, dass in entwickelten Sozialsystemen die Krankenkassen gefälligst auch “alternative”, “komplementäre”, sprich: echte Heil-Leistungen durch berufene Apostel und Apostelinnen bezahlen sollen. Nein – nicht nur einfach “sollen”, sondern gefälligst mindestens “müssen”. Und an dieser Stelle zeigt sich die Impertinenz, der gottungefällige Hochmut (Todsünde!) und die Arroganz der sogenannten(!) “Wissenschaften”, die immer und immer wieder der doch so selbstverständlichen, sanften Heilung durch falsche Normen, Standards und generell durch Unbequemlichkeit im Denken entgegenstehen.

Aber es wäre doch gelacht, wenn solche Widerwärtigkeiten den astral Quantenbeschränkten dauerhaft Steine in den Weg zur Kontenmehrung durch Abrechnungsfähigkeit legen könnten – denn die Mittel zur eigenen Bekämpfung liefert das (sogenannte!) wissenschaftliche System gleich mit. Ein bißchen Formalkram, ein bißchen Chi-Quadrat (das gute Chi ist ja naheliegend), ein bißchen T-Test und schwupps kann man mit probaten und systemeigenen Mitteln das System selber “gamen”. Immerhin ist gelernt gelernt und zu irgendwas muss die jahrelange akademische Folter des Dr. homoeop. ja gut gewesen sein. Heraus kommt dann die gemäß Bayrischem Rundfunk “belastbare” “klinische Studie”, die bei einer psychischen Belastung von Kindern/Jugendlichen die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln (nun aber endgültig endgültig) “nach- und beweist”. Obwohl das an sich ja nicht nötig ist, weil: wer heilt, hat ja sowas von sowieso recht.

In einem Punkt betonen die ganzheitlichen Sanften auf jeden Fall etwas ganz und gar für jeden Nachvollziehbares: “Alles hängt mit allem zusammen“, sagen sie immer und nicken dabei weise mit sanft lächelnder Miene. Vor allem hängt das feinstofflich Verwobene direkt zusammen mit dem genauso virtuellen Finanzsystem. Deshalb lohnt sich also anscheinend der Kampf um die Meinungen, obwohl das homöopathische Verkaufssystem selbst schon lange blendende Erfolge feiert und von daher sich irgendwelchen Diskussionen gar nicht stellen müßte. Die Überprüfung, ob “alles mit allem zusammenhängt“, kann man auch anhand einiger Inhalte der BR-Sendung durchführen und dann wird sich die Wahrheit schon erweisen.

Die Geschichte kann man von vorne (ab etwa 1998) oder von hinten (ab etwa dieser Tage – und zwar egal welche „dieser Tage“) erzählen, aber da es hier um Wohlfühldinge geht, wird es aus Gründen der Vermeidung von Stress aufgrund Spannung besser sein, beim “grad neulich” zu beginnen. Grad neulich also ist auf Angelsächsisch erschienen:

Homeopathy in Healthcare – Effectiveness, Appropriateness, Safety, Costs. An HTA report on homeopathy as part of the Swiss Complementary Medicine Evaluation Programme“, G. Bornhöft/P.F. Matthiessen et al., Springer, 2011.

Es geht also schon wieder oder immer noch – oder besser, wie im Verlauf deutlich werden wird: immer und immer wieder – um die berühmte “Schweiz” (der Staat samt dem dort wuchernden Berg- und Bankvölklein). Und zwar dort um ein anscheinend ganz superwichtiges, hochoffiziöses, überparteiliches, strikt objektives und ganz bestimmt “belastbares” “HTA” = “Health Technology Assessment” (= “Bewertungsbericht” im Sinne einer offiziellen Fachbewertung im Schweizer Amtsdeutsch).

Und sofort wird es ein bißchen grobstofflich lästig, weil man sich ein paar Namen einprägen sollte, die hier zunächst als Autoren und im Folgenden immer wieder und wieder und dann noch ein paar Mal auftauchen: der Herr Prof. Dr. Matthiessen (Zentrum für Integrative Medizin, Universität Witten/Herdecke GmbH), Frau Dr. Bornhöft (?), Frau Dr. Maxion-Bergemann, Herr Dr. Righetti, Herr Dr. von Ammon (KIKOM), Herr Dr. Baumgartner (KIKOM), Frau Prof. Dr. Wolf (KIKOM), Herr Dr. Thurneysen

(und, um das vorweg zu nehmen: Herr Prof. Dr. Frei-Erb, auch vom hochlöblichen KIKOM, sowie die PD/Prof/Dr. Doppel-Dres. Kleijnen, Linde, Walach, Egger und Shang + noch einige).

Dieser Meilenstein homöopathischer Grundlegung ist endlich dort angekommen, wo er programmatisch mit nichts als sich selbst die größte Wirkung entfalten kann: im englischen Sprachraum. Und die Wirkung entfaltet sich reichlich. Natürlich im Rahmen der Erstverschlimmerung (zu erwarten!) bei den üblichen Miesepetern und Kritikastern:

dem besonders lästigen Edzard Ernst, der im Unruhestand mehr Ärger macht als vorher

und einigen (bestimmt grundlos übelwollenden) Anderen. Darunter eine wirklich gemein bösartige Rezension von Herrn Dr. Shaw in der Swiss Medical Weekly, 2012, mit der fiesen Überschrift:

The Swiss report on homeopathy: a case study of research misconduct

Im germanischen Idiom, das angeblich auch im Schweizerischen teilweise verstanden werden soll, würde der Titel der Rezension also etwa lauten:

Der Bericht der Schweiz über die Homöopathie: eine Fallstudie des Forschungsfehlverhaltens

Den Artikel als Totalverriss des oben genannten Büchleins zu bezeichnen, wäre ein ungerechtfertigter Euphemismus. Herr Dr. Ernst im oben bezeichneten Link weist mit berechtigtem Stolz darauf hin, dass er viel, viel netter mit dem Büchlein umgegangen ist als Herr Dr. Shaw.

Aber das ist nicht die einzige Reaktion auf Dr. Shaw und seine Vorwürfe. Es meldet sich kritisch/klarstellend auch eine offizielle Schweizer Behörde in Person des Herrn Dr. Gurtner unter dem hoch interessanten Titel zu Wort:

The report “Homeopathy in healthcare: effectiveness, appropriateness, safety, costs” is not a “Swiss report” (Swiss Medical Weekly, 2013)

Aus den Richtigstellungen von Dr. Gurtner lohnt sich vielleicht vor allem ein Abschnitt als Zitat (Hervorhebung hinzugefügt, Quellenverweise entfernt – siehe dazu die unten angeführten Links):

…and a broad analysis of the literature incorporating publications and unpublished reports on studies of various methodologies (randomised and non-randomised trials, case series, experimental studies). This review was declared to be an HTA by the authors (the final PEK .. report does not classify the literature reviews as HTA reports) and published later as a book .. under their responsibility without any consent of the Swiss government or administration. The book by Bonhöft and Matthiessen was later translated into English and published in 2012 …

Ja Kreuzdonner, was ist denn hier los? Der wahnsinnig wichtige offizielle Schweizer HTA-Bericht ist gar kein “Schweizer Bericht” wie es der oben zitierte Buchtitel dreist behauptet? Was läuft hier eigentlich?

Die Auflösung des Rätsels beweist den Spruch “alles hängt mit allem zusammen“. Denn worüber hier, heute, jetzt und nach aller voraussehbaren Wahrscheinlichkeit auch noch in ferner Zukunft geschrieben, gestritten und gesprochen wird, ist immer wieder die gleiche uralte Klamotte, die in jedem gottverdammten Forengezank zwischen Anhängern des heiligen Hahnemann und dem Rest der Welt immer wieder und wieder ad infinitum durchgehechelt wird.

Das englische Büchlein ist die Übersetzung der deutschen Veröffentlichung

Homöopathie in der Krankenversorgung. Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, Bornhöft/Matthiessen, AVS, 2006 [Amazon-Link, man beachte die kommentierenden Jubelschreie]

bei dem, wie Dr. Gurtner feinsinnig anspielt, der in der englischen Version so prononcierte Untertitel “Swiss Report” schon mal fehlt. Das liegt daran, dass es sich bei dem Werk um eine breit aufgemotzte und damit keineswegs mehr originale, NICHT-offizielle Version eines Teils einer breit angelegten Untersuchung der Schweizerischen Gesundheitsbehörde (BAG) handelt, die im Jahr 2005 mit einem Abschlussbericht und einer interessanten Empfehlung abgeschlossen wurde.

Diese Evaluation lief unter dem schönen Namen “Programm Evaluation Komplementärmedizin” (PEK) und verfolgte zwischen 1998 und 2005 den Zweck, bestimmte “komplementäre Gesundheitsleistungen”, zu denen neben “homöopathischen” Leistungen auch “TCM“, “anthroposophische Medizin“, “Neuraltherapie” und “Phytotherapie” gehörte, daraufhin zu evaluieren, ob die öffentlichen Krankenversicherungssysteme der Schweiz diese Leistungen dauerhaft in ihren Leistungskatalog aufnehmen sollten oder nicht. Die Evaluation wurde notwendig, weil in den Jahren vor 1998 die “komplementärmedizinischen” Dienstleister es zwar erfolgreich schafften, die angesprochenen Leistungen im Leistungsumfang der Krankenkassen unterzubringen, aber die 1998 erfolgte Einbindung an eben diese Evalution gebunden wurde.

Damit war in der Schweiz das Spielfeld bereitet, die Spieler auf dem Platz und das Ziel definiert: es ging um den K(l)assenerhalt und damit um den ganz großen Einsatz für die kontemplativen Komplementären. Und dass es auf diesem Spielfeld hoch hergehen würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Der Spiel… äh, Abschlussbericht enthält zum mörderischen Fight ein paar wundervolle Passagen, z.B.:

“… Die Suche nach einem Konsens zwischen den komplementärmedizinischen Methodenvertretern und den Hochschul- sowie konventionellen Standesvertretern gestaltete sich ausserordentlich schwierig. Eine Vielzahl sehr heterogener Vorstellungen über die „richtige“ Evaluationsstrategie unter den jeweiligen Methodenvertretern und eine zeitweise paradigmatisch geführte und „verhärtete“ Methodologie-Diskussion führte in den Jahren 1999 – 2000 zu erheblichen Projektzeitverlusten. Erschwerend kam hinzu, dass sich die konstante Besetzung mit autorisierten Fachvertretern schwierig gestaltete und eine vertrauensvolle Gesprächskultur und Informationskontinuität unter den beteiligten Akteuren sich nicht zufrieden stellend entwickeln konnte …” (Abschlussbericht Bundesamt für Gesundheit, S. 19)

Da kann man sich gleich gut vorstellen, wie auf dem Platz die Fetzen flogen.

Entsprechend des komplizierten Auftrags hat das BAG schlussendlich verschiedene Teilaufgaben definiert, die Teilaufgaben an geeignete Expertengruppen delegiert und jeweils abschließende Teilberichte eingefordert. Eine Expertengruppe hat allen möglichen Empiriekram erarbeitet (rund 10% des Schweizer Bergvölkleins ist scharf auf das komplementäre Zeug etc.), eine weitere Gruppe hat eine Riesen-Metastudie gebastelt, die im folgenden unter “Shang-Studie”, “Egger-Studie”, “Egger/Shang-Studie” oder “Lancet-Studie” EIGENTLICH dem Unfug ein endgültiges Ende hätte bereiten sollen und andere spezielle Expertengruppen berichteten, worum es sich bei dem ganzen komplementären Kram eigentlich genau dreht und zwar im Sinne einer Beschreibung des Vorhandenen anhand von – im wesentlichen – Studiensichtungen (ungefähr die Betrachtungsweise einer Beobachtungsstudie bzw. wie es in der Auftragsbeschreibung aus dem BAG heißt: Versorgungsstudie). Diese speziellen Expertengruppen bestanden (und bestehen) aus denjenigen, die sich im “Komplementärbereich” prima auskennen – also z.B. den Damen und Herren der KIKOM (mittlerweile: IKOM), der Witten/Herdecke GmbH und – oh welch’ Überraschung – Herrn Walach und anderen (s.o.: handelnde Personen). Es wird niemanden überraschen, dass DIESE Experten zu ausgesprochen günstigen Beschreibungen und Urteilen über die “komplementären” Verfahren kamen.

(Wie über den oben angegebenen Link zur PEK-Seite des BAG ersichtlich ist, bleiben auch in 2014 die realen Inhalte der verschiedenen selbsternannten „HTA“, den tatsächlichen Lust-und-Laune-Reviews nach CAM-Gusto, hinter paywalls verborgen – auch wenn das Konsensurteil des Review Boards der PEK u.a. die Forderung enthielt, die Studien frei zugänglich zu machen. Siehe z.B. das selbsternannte „HTA“ zur „Versorgungsstudie“ zu Homöopathie, die die eigentliche Grundlage des oben erwähnten Witten/Herdecke GmbH-Büchleins sein soll. Es dürfte eigentlich kaum nachvollziehbar sein, wenn hier Studien betrachtet werden, die angeblich alle möglichen positiven Effekte zeigen sollen – s. das frei zugängliche Appendix-Material – und die andere Gruppe „Shang et al.“, die für die großangelegte Meta-Studie mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens oft dieselben Studien betrachtet, zu gänzlich anderen Bewertungen der Studienqualität und -ergebnisse kommt. Der Hinweis des BAG-Mitarbeiters Gurtner oben, dass das veröffentlichte Büchlein oder wohl auch die z.B. beim DZVhÄ downloadbare Fassung dem offiziell vorliegenden Review als Teil des PEK nicht entspricht, läßt ganz und gar nichts Gutes ahnen)

Wäre man Schweizer, hätte man eigentlich ein Dienstaufsichtsverfahren wegen Verschwendung von Steuergeldern einreichen müssen, weil man sich den Aufwand bei diesen „speziellen“ Gruppen auch bestens hätte sparen können und direkt in den Abschlussbericht ein “+1″ hätte eintragen können. Im Sinne einer äußerst ungerechten Analogie hätte man hier auch einen Strassendealer fragen können, ob sein Stoff auch wirklich nicht verschnitten ist.

Auf der Grundlage der verschiedenen Reviews und sonstigen Berichten wurde dann vermutlich auch wieder mit Hauen&Stechen eine Schlussbewertung vorgenommen:

“Krankenversicherung: Fünf komplementärmedizinische Leistungen werden nicht in die Grundversicherung aufgenommen” [BAG, Pressemeldung 3.6.2005]

Hat das die armen, gequälten Schweizer endgültig von der lebenswichtigen Heilversorgung durch Smarties und Beten abgeschnitten? Aber nein! Nach dem geringfügigen Rückschlag war es dann mal wieder das typische eidgenössisch-urdemokratische Volk, das ein Rückspiel in Form einer Volksabstimmung erzwang:

“Fünf Methoden der Komplementärmedizin werden unter bestimmten Bedingungen während sechs Jahren provisorisch vergütet” [EDI / BAG, 12.1.2011]

Und wieder stehen die Spieler (siehe oben: handelnde Personen) auf dem Platz – diesmal bis 2017. Man kann sicher sein, dass schulmedizinische Betreuung neben dem Platz zur Erstversorgung bei Schlag-, Stich- und Schusswunden gewährleistet ist.

So.

Wie hängt also nun “alles mit allem zusammen“? Ganz einfach in diesem speziellen eidgenössischen Fall: es ist alles ein und dieselbe Sache. Seit 1998 (mit Vorlauf) und bis 2017 (und danach).

Die eine Seite (die “Komplementaristen”) wollen endgültig und dauerhaft an die Fleischtöpfe der öffentlichen Sozialsysteme und in die akademischen Institutionen. Die “andere” Seite, die im Grunde keine Seite ist, sondern normale Leutchen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, hat nichts gegen neue Kollegen, die Bezahlerei aus öffentlichen Kassen ist ihnen auch egal (daraus werden sie ja selbst alimentiert), will sich aber nicht mit falschen Begründungen verarschen lassen. Und den Effekt dieses Schlachtgetümmels kann man sich dann in Internetforen oder Zeitungskommentaren anschauen – z.B. in den Kommentaren bei der SZ unter dem Titel “Homöopathie ist ein reiner Placeboeffekt” mit über 1.800 Kommentaren nach einem guten Jahr online (and counting…), darunter solch typische Perlen wie “homöodingens is quatsch – siehe shang” oder “NEUESTE SCHWEIZER STUDIEN belegen EINDEUTIG und ENDGÜLTIG die Wirksamkeit – siehe [obigen Springer-Link zur Witten/Herdecke GmbH]”.

Oder natürlich im heilerischen und voll verstrahlten Bayrischen Rundfunk [GWUP] in sanften Dokus, voll mit “belastbaren” Studien.

Ergänzung: Im Zusammenhang mit der seltsamen Sendung des BR kam es zu etlichen kritischen Reaktionen – einige davon sind beispielsweise bei den GWUP-Kommentaren (s.o.) dokumentiert. Irgendwann ab 2013 startete auch Dr. Aust sein extremes Fleißprojekt „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie„, auf dem er Studien aus dem homöopathischen Lager nach allgemeinen, d.h. nach nicht fachspezifischen Prinzipien einzeln untersucht und bewertet. Die im BR z.B. angesprochene und als hochwertige „Beleg“-Studie bezeichnete „ADHS-Studie“ von Frei ist natürlich auch von Dr. Aust betrachtet worden. Er hat deshalb auch den BR unter Hinweis auf seine Feststellungen angesprochen – selbstverständlich ohne eine auch nur annähernd angemessene Reaktion durch den Sender. Auch eine Nachfolgestudie wurde auf Austs Blog untersucht. Schon alleine die von Aust dargestellten vielfältigen Probleme dieser und anderer Studien, die nur eine von vielen verfügbaren Betrachtungen der Qualität der Studien darstellt, verbieten es jedem Journalisten, egal welcher Couleur und Auffassung, derartige Quellen als Beweis für irgendetwas überhaupt in Erwägung zu ziehen, geschweige denn, in einer Sendung einer öffentlich-rechtlichen Anstalt auf der Grundlage solcher Studien für Homöopathie eine klare Form von Propaganda zu betreiben.

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Unendliche „Homöopathie“-Diskussionen

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